Blaues Verkehrszeichen mit einem Fahrradsymbol und der Aufschrift "Fahrradstraße".
Fahrradstraße – das solltest du wissen (Bild: pit24 – stock.adobe.com )

Fahrradstraßen in Österreich – was du wissen musst

Woran erkennst du eine Fahrradstraße in Österreich? Welche Verkehrsregeln gelten dort? Was ist erlaubt und was nicht? Hier findest du alle Infos!

  • 5 Min.
  • 02/03/2026 - 15:39
  • Jan von linexo
Auf einen Blick

Eine ganze Straße nur für den Radverkehr – der Traum vieler Radfahrer. Als Fahrradstraße ist er in vielen Städten Europas Realität geworden. Nicht allen ist dabei klar, was genau der Unterschied zum Radweg ist. Oder welche StVO-Regeln auf einer Fahrradstraße in Österreich gelten. Werfen wir einen Blick auf diese ganz besondere Fahrbahn, die ein Zeichen für moderne urbane Mobilität setzt. Zuvor findest du in unserem Artikel noch Tipps, wie du dein Bike für die Fahrradstraße fit machst.

Fahrradstraße – was bedeutet das?

Auf einer Fahrradstraße in Österreich dürfen grundsätzlich nur Fahrräder rollen. Nur für bestimmte Typen von Kraftfahrzeugen gelten streng geregelte Ausnahmen. Anders als ein neben der Fahrbahn separat verlaufender Radweg sind diese speziellen Straßen in ihrer vollen Breite für Räder bestimmt. Nebeneinander zu fahren, ist selbst in Gruppen erlaubt. Die Idee der Fahrradstraße stammt aus Deutschland. Dort gibt es sie bereits seit 1997. Diese verkehrsplanerischen Innovation hat danach andere Länder angeregt, Fahrradstraßen nach deutschem Vorbild zu eröffnen. 2013 wurden mit der 25. Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) auch in Österreich die rechtlichen Grundlagen für die Freigabe von Fahrradstraßen gelegt. Aber anders als in Deutschland wird hierzulande der Autoverkehr auf einer Fahrrad-Straße mehr an die Kette gelegt. Während im Nachbarland oft Zusatzzeichen mit diversen Durchfahrerlaubnissen die eigentliche Bestimmung dieser Bike-Trasse aufweichen, ist die österreichische Gesetzgebung viel strikter.

Woran du eine Fahrradstraße in Österreich erkennst

Verkehrsschild für Fahrradstraße mit blauem Hintergrund und Fahrradsymbol.
Verkehrsschild Fahrradstraße (Bild: Tilman Ehrcke – stock.adobe.com )

Der Beginn einer Fahrradstraße ist durch ein weißes Verkehrszeichen gekennzeichnet, auf dem ein ebenfalls weißes Fahrrad in einer blauen Kreisfläche abgebildet ist. Das quadratische Schild hat den Untertitel „Fahrradstraße“. Das Ende der Fahrradstraße wird mit derselben Kombination angezeigt – diesmal jedoch rot durchgestrichen.

Die Verkehrsregeln auf Fahrradstraßen

Im Gegensatz zum benutzungspflichtigen Radweg ist eine Fahrradstraße nicht benutzungspflichtig. Aber es lohnt sich natürlich, auf deinem Weg durch die Stadt gezielt nach Fahrradstraßen Ausschau zu halten. Du kommst einfach schneller und sicherer voran. Auch musst du dir viel weniger auf den Verkehr mit mehr als zwei Rädern achten. Denn Autos dürfen die Fahrradstraße in Österreich lediglich queren, Anlieger sie nur für Zu- und Abfahrten befahren. Die Durchfahrt ist aber verboten. Jedoch können beispielsweise für Fahrzeuge des Bus-Linienverkehrs Ausnahmen gelten. Dann muss aber eine Zusatztafel darauf hinweisen. Auch die Müllabfuhr, der Straßendienst, Reparaturfahrzeuge sowie mit eingeschaltetem Blaulicht Rettungs-, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge dürfen eine Fahrradstraße passieren.

Außerdem musst du dich gemäß §67 und §68 StVO auf Fahrradstraßen an folgende Regeln halten:

  • 30 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dies gilt für alle Fahrzeuge, die in einer Fahrradstraße in Österreich unterwegs sind.
  • Rücksichtnahme. Radfahrer dürfen nicht gefährdet oder behindert werden.
  • Nebeneinanderfahren erlaubt. Du darfst zu zweit oder auch in der Gruppe wie auf dem Radweg nebeneinander auf der jeweiligen Fahrspur fahren.
  • Keine automatische Wartepflicht für den Verkehr, der eine Fahrradstraße verlässt.
  • Überholen. Auch in diesen Straßen müssen Autos einen seitlichen Mindestabstand zum Fahrrad von 1,5 Metern einhalten.

Ansonsten sind Rechtsfahrgebot und Vorfahrt wie gewohnt nach StVO geregelt.

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Die Vorteile der Fahrrad-Straße für Städte und Gemeinden

Die Einrichtung einer Fahrradstraße ist für Verkehrsplaner verhältnismäßig kostengünstig. Außer dem Aufstellen von ein paar Verkehrsschildern sind keine weiteren baulichen Veränderungen notwendig. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat für Städte mit Fahrradstraßen weitere Vorzüge ermittelt, die sich nahtlos auf Österreich übertragen lassen:

  • Der Radverkehr wird erleichtert. Radfahrer kommen schneller ans Ziel. Das gemeinsame Fahren wird durch Fahrrad-Straßen gefördert.
  • Das Fahrradfahren ist sicherer. Einschränkungen anderer Verkehrsmittel und die Tempo-30-Beschränkung sorgen für mehr Sicherheit in der Fahrradstraße.
  • Ein Plus an Lebensqualität in Wohnquartieren. Statt lautem, Abgas-ausstoßendem Durchgangsverkehr fahren flüsterleise Bikes durch das verkehrsberuhigte Viertel. Die Kinder von Anliegern sind weniger durch den motorisierten Verkehr gefährdet.
  • Die preiswerte Alternative. Fahrradstraßen müssen nicht extra gebaut werden. Eine Anordnung genügt, dann können die Schilder aufgestellt werden.
  • Verkehrsströme werden zusammengefasst. Indem Fahrradstraßen den Radverkehr bündeln, wirkt diese Zusammenführung wie eine Einladung zum Mitmachen.

Wie viele Fahrradstraßen gibt es in Österreich?

Österreichs erste Fahrradstraße ist die Kuchelauer Hafenstraße in Wien. Sie wurde schon 2013 nur für den Radverkehr freigegeben und fungiert als Abschnitt auf dem Donauradweg. Später folgten unter anderem die Hofjagdstraße und die Argentinierstraße. Heute sind 12,9 Kilometer im Wiener Straßennetz Fahrradstraßen. Die Zahl und Länge der Fahrradstraßen für ganz Österreich lässt sich wegen fehlender Gesamtauswertung nicht mit Bestimmtheit angeben. Anfang 2024 gab es wohl um die 80 Kilometer Fahrrad-Straßen in allen Bundesländern. Zum Vergleich: Deutschland hatte im selben Jahr 1.669 Kilometern an Fahrradstraßen. Doch sind diese bei unseren Nachbarn vielfach mit gewissen Einschränkungen auch für den Autoverkehr erlaubt.

Radweg mit Fahrradfahrer und Fußgänger, blauer Boden mit Fahrradsymbol.
Fahrradstraße (Bild: Comofoto – stock.adobe.com )

Fahrradstraßen sind heute Teil modernen Mobilität

Eine Fahrradstraße ist eine lohnende Alternative im urbanen Radverkehr. Es empfiehlt sich, das Angebot deiner Stadt an Fahrradstraßen regelmäßig zu prüfen und deine eigenen Fahrwege danach einzurichten. Du gewinnst bei den deinen täglichen Fahrten Zeit und bist sicherer unterwegs. Derzeit glänzt Österreich jedoch nicht gerade als Hochburg der Fahrradstraße. Andere Länder sind in diesem Punkt weiter – doch sind etwa deutsche Fahrradstraßen nicht so rigide auf den Radverkehr beschränkt wie bei uns. Für moderne Verkehrskonzepte spielt dieser Straßentyp jedenfalls eine große Rolle in puncto Nachhaltigkeit und Sicherheit.

FAQ

Häufige Fragen zur Fahrradstraße:

Was bedeutet eine Fahrradstraße für Autofahrer?

Fahrradstraßen in Österreich dürfen Autofahrer nur queren oder dort parken. Mehr ist ihnen nicht erlaubt.

Welche Regeln gelten auf einer Fahrradstraße?

Auf Fahrradstraßen gelten die üblichen Regeln der StVO zur Vorfahrt und zur Fahrbahnnutzung. Die Geschwindigkeit ist auf Tempo 30 begrenzt. Eine Ausnahme ist die ausschließliche Nutzung durch Fahrräder mit der Erlaubnis, nebeneinander fahren zu dürfen.

Wer darf auf einer Fahrradstraße fahren?

Prinzipiell nur Radfahrer. Einsatz- und Rettungsfahrzeuge oder die Müllabfuhr darf auch eine Fahrradstraße nutzen.

Welche besonderen Vorschriften gelten in Fahrradstraßen?

Zwei Besonderheiten der Fahrradstraße: Generell dürfen dort nur Fahrräder unterwegs sein und diese dürfen auch nebeneinander fahren.

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